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| Hilfe, mein Kind ist süchtig |
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Es ist für jeden ein grosser Schock erkennen zu müssen, daß der geliebte Mensch einer Droge verfallen ist. Zunächst Ungläubigkeit, dann Zorn und dann der Wunsch zu helfen und leider viel zu oft erkennen müssen,d aß man selbst hilflos ist. Oder sollte ich besser sagen machtlos. Helfen können Sie nur dann, wenn der Abhängige dies auch ernsthaft will. Sie werden mehr als einen Rückschlag hinnehmen müssen,d enn der erste Versuch geht in 99 % der Fälle schief. Ich denke, jeder wird versucht haben sich zu informieren: Was habe ich falsch gemacht oder übersehen? Warum habe ich nicht früh genug gemerkt was los ist? Diese Zweifel werden auch immer wieder hochkommen, aber Sie müssen lernen die Schuld nicht auf sich zu nehmen. Fakt ist: Niemand hat den Süchtigen gezwungen süchtig zu werden. Diesen Weg hat er sich allein gesucht. Diese Erkenntnis ist schwer, entspricht aber den Tatsachen. Nicht Sie haben ihm oder ihr die Nadel gereicht. Das müssen Sie sich immer wieder sagen. Und Sie werden lernen müssen, daß der Süchtige sich verändert. Das ist wohl einer der schwersten Punkte, aber auch dieser entspricht leider der Realität. Der Süchtige wird lügen, stehlen, sich prostituieren und mit Suizid und allem Möglichen drohen, um seine Sucht zu befriedigen. Was aber nicht heisst, daß sie/er Sie nicht mehr liebt. Er kann einfach nicht anders,denn das Denken und Handeln wird von der Droge bestimmt. Diese Situation kann sich über Jahre ziehen, machen Sie sich das klar. Der Abhängige wird nicht nach der ersten Entgiftung in der Therapie bleiben und nach ein paar Monaten geheilt sein. Das ist Wunschdenken und klappt vieleicht bei einem von 100. Ich will Ihnen hier keine Angst machen, aber Sie sollten alles so realistisch wie möglich sehen. Aber.......
Wie kann ich helfen? Wichtig ist in jedem Fall den Kontakt aufrecht zu erhalten. Brechen Sie ihn nicht ab, das könnte fatal sein. Wenn der Abhängige selbst den Kontakt nicht sucht oder will, können Sie das nicht ändern. Aber von Ihrer Seite sollte immer ein Gespräch möglich sein. Zwingen Sie ihn zu nichts, das bringt auch nichts. Drohen Sie nicht (wenn du keine Therapie machst ...), auch das bringt nichts. Versuchen Sie ihn in Gesprächen davon zu überzeugen, daß er Hilfe annehmen muss. Geben Sie niemals Geld! Kaufen Sie Lebensmittel ein wenn nötig oder was zum Anziehen, eine Telefonkarte, aber kein Bargeld. Schliessen Sie Wertsachen weg (Schmuck und alles was sich zu Geld machen lässt). Sie glauben Ihr Sohn würde niemals etwas zu Hause wegnehmen? SIE IRREN SICH!!! Irgendwann kommt der Punkt wo auch vor dem Sparbuch der Geschwister nicht mehr halt gemacht wird. Das muss nicht passieren, kann aber. Begleiten Sie den Abhängigen wenn Sie können zu den Sozialämtern oder sonstigen Einrichtungen. Er bringt das nämlich selber nicht mehr auf die Reihe. Die Droge bestimmt den Tagesablauf, da ist es wurscht ob die Wohnung wegfliegt oder nicht. Das Jammern beginnt erst wenn sie weg ist. Wenn Sie es sich finanziell leisten können erhalten Sie den Wohnraum. Ich konnte es leider nicht. Versuchen Sie das was der Süchtige Ihnen manchmal an den Kopf werfen wird nicht allzu wörtlich zu nehmen. Ich weiss es schmerzt, aber er wird versuchen jeden anderen für sein Schicksal verantwortlich zu machen, nur nicht sich selbst. Sagen Sie auch mal NEIN, wenn es sein muss. Hören Sie zu und bieten Sie Hilfe in Form von Kontaktadressen an, wo die Möglichkeit von Übernachtungen und ähnlichem besteht. Links hierzu finden Sie auf meiner Seite. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen den Abhängigen zu Hause wieder aufzunehmen, überlegen Sie sich das gut. Sie sollten dies nur dann tun, wenn Sie das wirklich wollen und vor allen Dingen auch können. Es werden riesige Probleme auf Sie zukommen, die Sie im Vorfeld gar nicht abschätzen können. Ich spreche hier hauptächlich zu den Eltern und Angehörigen/Freunden wo der Süchtige schon volljährig ist. Für Kinder und Jugendliche gibt es ausreichend Hilfe wobei hier die Angehörigen automatisch mit einbezogen sind. Für Erwachsene ist die Möglichkeit der Hilfe von Seiten der Familie relativ eingeschränkt, da der Süchtige sich hier in erster Linie selbst kümmern muss, was er aber oft nicht mehr kann. Sie haben aber als Eltern leider kaum Möglichkeiten etwas zu organisieren, da Sie halt keine Erziehungsgewalt mehr haben. Es sei denn Sie haben das Glück auf ihrem Sozialamt einen Mitarbeiter sitzen zu haben, der bereit ist mit Ihnen zusammen zu arbeiten. Aber wer hat das schon. In den meisten Fällen wird man Ihnen sagen, daß Sie das doch eigentlich gar nichts mehr angeht. Traurig aber wahr! Mir ist dies hier in Frankfurt passiert.
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