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Methadon
Ich weiss natürlich nicht inwieweit Sie sich mit dem Problem der Drogensucht bereits auseiander gesetzt haben. Ich wollte alles wissen und je mehr ich dazu lerne umso entsetzter bin ich. Meine Tochter hat nun mittlerweile auch noch Hepatitis C. Das kann jedem Junkie blühen, also machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut. Der Süchtige wird nie mehr genau so sein wie vor der Sucht. Viele glauben wenn erst mal entgiftet ist dann ist der Rest ein Klacks. Weit gefehlt. Nach dem Entzug fällt der Abhängige erst mal in ein schwarzes Loch. Das hängt aber mit der Hormonproduktion zusammen. Das Glückshormon wird erst wieder nach einigen Wochen im Körper hergestellt. Deswegen ist die Zeit bis dahin wohl mit die schwerste.
Hier sind die Therapeuten schwer gefordert, damit der Probant nicht die Therapie abbricht. Wer diese Hürde erst mal genommen hat ,ist schon ein grosses Stück weiter. Nur die wenigsten schaffen einen Entzug ohne Therapie. Auch das sollten Sie wissen. Ein weiterer Punkt ist die Methadon-Behandlung. Wenn Sie glauben Methadon ist das Allheilmittel, muß ich Sie auch hier enttäuschen. Man will den Süchtigen nicht mehr in die Verlegenheit bringen der Prostitution oder Beschaffungskriminalität nachzugehen, aber abhängig ist er nach wie vor. Methadon macht nur dann Sinn, wenn der Probant auch gleichzeitig in weiterführende Projekte integriert wird. Das heisst er muss auch irgendwann vom Methadon entwöhnt werden. Seit dem 1. Januar 2003 muß Methadon von der Krankenkasse übernommen werden, sofern der Abhängige versichert ist. Ansonsten ist ein Eigenanteil zu zahlen. Es ist keine Zusatzerkrankung mehr Voraussetzung. Der Süchtige muss sich auch hier selbst darum kümmern in ein solches Programm zu kommen, das heisst er muss Termine wahrnehmen. Hier können Sie eventuell Hilfestellung leisten und dafür sorgen, daß diese auch eingehalten werden. Im Übrigen ist der Entzug von Methadon oft schwieriger und länger als von Heroin. Genaueres erfahren Sie beim Drogennotruf und den Beratungsstellen. Wo und wann anmelden usw.
Subutex oder Buprenorphin
Medikament in Tablettenform, welches wie Methadon substituiert wird. Buprenorphin ist mit dem Wirkstoff Morphin verwandt (Opioid). Es besetzt bestimmte Schmerzrezeptoren im Gehirn und Rückenmark (zentral wirksam). Buprenorphin hemmt so die Wahrnehmung von Schmerzen. Im Vergleich zu Morphin hat es eine längere und stärkere Wirkung. Seine Suchtwirkung ist verhältnismäßig gering. Buprenorphin ist neben der Behandlung von sehr schweren Schmerzzuständen (Bundesbetäubungsmittelgesetz) auch als Medikament zur Behandlung der Drogenabhängigkeit im Rahmen einer Entzugstherapie zugelassen und darf nur unter Aufsicht eines in der Behandlung von Drogenabhängigen erfahrenen Arztes verabreicht werden . Anwendungsgebiete: Entzugstherapie von Drogenabhängigen. Schmerzmittel für starke und stärkste Schmerzen. Um aber auf Subutex umgestellt zu werden, sind 2 volle Tage kalter Entzug nötig.
Normaler Entzug
Am Anfang aller Maßnahmen steht die Entgiftung. Ohne diese kein Therapieplatz. Leider bieten nicht alle Einrichtungen die Möglichkeit von beidem in einem Haus an. Das heisst erst zur Entgiftung anmelden und während dieser Zeit einen Therapieplatz finden. Das klappt meist nicht immer. Die Kliniken bieten zwar durch einen Sozialarbeiter an einen Platz zu finden, aber auch dem sind die Hände gebunden. Wenn nichts frei ist kann es passieren, daß der gerade Entgiftete noch mal raus muss bis ein Platz frei wird. Wer schafft das schon ohne Rückfall. Auch die Wartelisten für die Entgiftung sind lang und der Abhängige wartet unter Umständen bis zu 4 Wochen auf einen Platz. Versuchen Sie erst einen Therapieplatz zu finden. Wenn Sie die Zusage haben kriegen Sie auch eher einen Entgiftungsplatz, da die Kliniken dann wissen wohin mit dem Entgifteten nach dem Entzug. Adressen bekommen Sie bei den Beratungststellen oder Ihrer Krankenkasse. Machen Sie dem Abhängigen klar,daß die Therapie im Vordergrund steht und nicht der Therapieort. Er geht ja nicht in Urlaub.
Entzug in Privatklinik
Für finanziell besser Gestellte gibt es auch die Möglichkeit den Süchtigen in einer Einrichtung unterzubringen, die auf dieses Problem spezialisiert ist. Das ist allerdings nicht billig.Googlen Sie einfach mal.........
Selbsthilfe
Was kann ich für mich tun?
Zunächst einmal akzeptieren Sie die Situation wie sie ist.
MEIN SOHN/TOCHTER/PARTNER IST EIN JUNKIE!
Hart aber wahr. Schämen Sie sich dessen nicht, Sie können nichts dafür. Verheimlichen Sie es nicht, das belastet Sie nur noch mehr. Geben Sie es offen zu wenn man Sie darauf anspricht. Lügen Sie sich nicht selber in die Tasche. Irgendein netter Nachbar weiss es sowieso und wird es unter dem Mantel der Verschwiegenheit weiter tratschen. Sagen Sie es auch ihren anderen Kindern, sobald sie es begreifen können. Ich habe es so gehalten und das war gut so. Meine andere Tochter war damals 10 und bestens dadurch auf Angriffe und dumme Bemerkungen von Mitschülern gerüstet. Sprechen Sie mit den Klassenlehrern der Geschwister. So kann in der Schule einiges abgefangen werden.
Je nachdem wie gut Ihr Verhältnis am Arbeitsplatz ist, sollten sie auch hier vieleicht mit Ihrem Vorgestzten sprechen oder mit einem Sozialarbeiter Ihrer Firma. Sie werden mit Sicherheit hin und wieder nicht voll bei der Sache sein. Ihr Chef sollte wissen warum.
Sprechen Sie offen mit Ihrem Hausarzt. Er kann ab und zu Hilfestellung leisten ,wenn Sie mit den Nerven am Ende sind. Denn nichts bleibt in den Klamotten stecken. Nutzen Sie die Angebote von Beratungsstellen für Gespräche, wenn Sie glauben daß Ihnen das hilft. Sich aussprechen ist so wichtig und dies geht oft besser mit Fremden als mit dem Partner. Dieses Angebot mache ich Ihnen auch hier auf meiner Seite. Scheuen Sie sich nicht es auch zu nutzen. Trauen Sie sich, es hilft, glauben Sie mir. Heulen Sie, wenn Ihnen danach ist. Das befreit.
Vor allen Dingen aber:Geben Sie die Hoffnung niemals auf! Ich habe Junkies kennengelernt, die 20 Jahre drauf waren und es doch geschafft haben. Das sollte Ihnen den Mut geben weiter zu machen. Rufen Sie den Drogennotruf an. Man wird Ihnen hier gerne zuhören und auch Adressen vermitteln an die Sie sich wenden können. Da Sie hier oft ehemalige Abhängige am Telefon haben, können Sie sicher sein qualifizierte Gesprächspartner zu haben und nicht irgendwelche Beamte die gerade mal einen 6 wöchigen Lehrgang hinter sich haben. Niemand wird Sie besser verstehen als Leute aus der Szene.
Vergessen Sie aber Ihre anderen Lieben nicht. Gerade die Geschwister brauchen auch immer wieder das Gespräch mit Ihnen. Beziehen Sie sie mit ein und lassen Sie sie nicht aussen vor. Sagen Sie klar und ehrlich warum Sie gerade weinen oder nicht so recht bei der Sache sind. Wenn Sie mit Ihrem Partner nicht so reden können wie Sie gerne würden, suchen Sie sich auf jeden Fall jemand anderen. Fressen Sie das nicht in sich rein. Sie gehen eher daran kaputt als der Süchtige an seinem Heroin.
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