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| Tagebuch 2002 |
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Seite 1 von 4
15.01.2002
So, die Entgiftung ist beendet und alles beim Alten. V. wurde entlassen nach 17 Tagen in der Klinik, die sie auch ohne Probleme überstanden hat. Leider ist von Therapie nach wie vor keine Rede. Ich habe sie abgeholt, sie hat ihre Klamotten bei mir deponiert, sich stadtfein gemacht ........und weg war sie. Nichts erreicht und gleich ab zum Bahnhof. Weder konnte sie eine Unterkunft klar machen, noch sonst irgendetwas. Sie wollte gestern zum Sozialamt für obdachlose Frauen, ob sie gegangen ist weiss ich nicht. Am Donnerstag hat sie einen Termin auf einem anderen Amt und ob sie den wahrnimmt weiss ich auch nicht. Ich habe seit Sonntag nichts von ihr gehört und weiss eigentlich momentan gar nichts. Ich selbst bin seit gestern in der Tagesklinik und werde versuchen mit mir und der Situation ins Reine zu kommen. Das ist im Augenblick der Stand der Dinge, sowie ich mehr weiss werde ich das umgehend auf die Seite bringen. Bis dahin hoffe ich, daß es ihr wenigstens gut geht.......wie immer.
25.01.2002
Was soll ich eigentlich noch viel erzählen. Die Situation wiederholt sich immer wieder wie ein schlechter Film. V. ist natürlich zu keinem Termin gegangen und zu allem Unglück ist sie auch noch von einem "Kunden" nur mit Slip und Mantel bekleidet aus dem Auto geworfen worden. Ohne Schuhe oder andere Klamotten bei eisiger Kälte. Papiere weg, Tasche weg, Klamotten weg und ihr bischen Geld hat er ihr auch noch abgenommen. Was es doch für Schweine auf dieser Welt gibt. Sie hat wohl Gott sei Dank jemanden getroffen der es sich zur Aufgabe gemacht hat sich ein wenig um die Mädchen am Bahnhof zu kümmern. Er heisst ist schon so um die 50 Jahre alt. Er tut dies vollkommen uneigennützig und das finde ich ganz toll. Er nahm V. mit nach Hause, gab ihr was zum Anziehen und hat sie dann zu mir gefahren damit sie sich duschen und umziehen konnte. Ich möchte mich gerne mal bei ihm bedanken und wenn jemand ihn kennt und diese Seiten hier liest, dann sagt es ihm bitte. Naja das war letzten Samstag und V. wollte vorgestern zum Umziehen kommen. Da hat es mir aber nicht gepasst weil es schon so spät war. Wir waren dann für gestern verabredet aber sie kam nicht. Also warte ich wie ich sonst auch warte. Übrigens gehe ich am 31.01.2002 für ca. 10 Wochen stationär ins Krankenhaus. Die Tagesklinik bringt mir leider nicht den nötigen Abstand um wieder richtig gesund zu werden. Ich werde aber hin und wieder zu Hause sein und natürlich weiter hier schreiben.
8.03.2002
Es tut gut auch mal wieder was positives zu schreiben. V. ist einen Tag nach ihrem 21.Geburtstag wieder in die Entgiftung gegangen und hat auch diesmal ernsthaft vor anschliessend eine Therapie zu beginnen. Ich wünsche ihr und mir von ganzem Herzen, daß es auch klappt und sie die Kraft und auch den Willen aufbringen wird diesen schweren Schritt zu machen. Ich weiss nicht was sie diesmal dazu bewogen hat sich anders zu besinnen, aber ich habe das Gefühl sie kann einfach nicht mehr und will endlich anfangen etwas daran zu ändern. Mir selbst geht es auch schon wieder relativ gut, deswegen bin ich auch endlich in der Lage dieses "Tagebuch" mal weiter zu führen. Ich habe meinen Entlassungstermin bekommen und bin ab dem ersten Aprilwochenende wieder zu Hause. Morgen gehe ich sie in der Klinik besuchen und wir wollen ihren Geburtstag ein bischen nachfeiern. Selbst wenn es wieder nichts werden sollte mit ihr, habe ich zumindest neue Kraft und Energie getankt weiter zu kämpfen. Immer in der Hoffnung irgendwann auch den Sieg davontragen zu dürfen. Drückt mal alle fest die Daumen. |










