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7.1.2003

 

Es ist mal wieder so weit. Ein neues Jahr hat angefangen und man hofft so wie jedes Jahr, daß das Neue besser werden wird als das Alte. Pustekuchen!!!

V. ist in Köppern rausgeflogen weil sie mit ein paar anderen beim Kiffen erwischt worden ist. Die Urinprobe war positiv. Da frag ich mich doch allen Ernstes wofür überhaupt Entgiftung. Ich hab sie auch gefragt was das soll. Sie kostet die AOK und auch damit den Steuerzahler ein Schweinegeld und bringen tut es nichts. Ich kann manchmal die "normalen" Leute sehr gut verstehen die einen richtigen Hass auf die Suchtkranken haben.

Ich komme mal wieder zu der Überzeugung, daß sie einfach noch gar nicht bereit ist wirklich clean zu werden. Schon ihr Verhalten dort möglichst schnell vom Methadon runter dosiert zu werden hat mich stutzig gemacht. Normalerweise ist ein Aufenthalt von ca. 3-4 Wochen geplant. Sie wollte aber unbedingt nach 2 Wochen schon raus. Das hat sie ja nun auch wieder ganz prima hingekriegt. Ich bin mal wieder stinksauer und habe sie das auch diesmal ziemlich deutlich spüren lassen. Sie wollte 30 Euro von mir, die ich aber strikt verweigert habe. Ich bin doch nicht plemplem und gebe ihr die Kohle damit sie sich gleich wieder zuknallt. Ich weiss nicht wie oft ein Junkie in die Entgiftung geht oder wie lange er drauf sein muss um zu kapieren, daß es so nicht weiter gehen kann. Das Schlimme ist, daß man sich langsam daran gewöhnt und eigentlich gar keine Böcke mehr darauf hat sich krumm zu legen. Am Anfang habe ich mich mehr verrückt gemacht und alles Mögliche in die Klinik geschleppt, damit es dem "armen Kind" ja an nichts fehlt. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, daß es ein normales Überlebenspaket auch tut. Also Tabak, Papers usw.

Tatsache ist jedenfalls, daß es wieder mal für die Katz war. Ich kann allen Eltern und Angehörigen eigentlich nur sagen: "Macht euch nicht mehr verrückt als unbedingt nötig". Das hört sich jetzt zwar etwas krass an, aber leider zeigt die Erfahrung mal wieder die Richtigkeit. Es kann und darf nicht sein, daß wir uns vor Kummer und Angst bald umbringen und unsere "Lieben"uns mehr oder weniger dafür in den Hintern treten. Das ändert nichts daran, daß ich V. auch weiterhin liebe, aber meine Hilfe werde ich wirklich nur noch auf das Nötigste beschränken.

 

23.02.2003

 

Also manchmal weiß ich eigentlich garnicht was ich hier noch schreiben soll. Die Tage kommen und gehen und es tut sich absolut nichts. Naja, jedenfalls nicht viel. V. ist mal wieder in der Phase wo ihr wirklich alles egal ist. Keine Lust mehr zu leben, keine Lust was zu ändern.....aufgeben. Sie sieht keinen Sinn mehr in ihrem Dasein, aber diesen Zustand nicht so zu belassen.....das sieht sie auch nicht ein. Also lebt sie wie bisher mal in Mainz und mal in Hanau, je nachdem wer von den beiden ihr gerade mehr von Nutzen ist. Sie ist zwar auf zweimal täglich runter dosiert, aber das reicht ihr nicht aus. Sie sagt, die Gier nach mehr macht sie immer verrückter. Und das sehe ich auch so. Kein Interesse mehr daran sich ein wenig zu pflegen im Gegensatz zu früher. Duschen? Nur wenn es sein muß....Zähne putzen? Ja, manchmal. Haare färben? Wozu?

Zu allem kommt noch, daß ihr in Köppern 3 Taschen weggekommen sind mit ihren besten Sachen. Sie ist ja abgehauen und hat ihre Sachen erst nach fast 4 Wochen holen lassen. Keiner weiß wo die Geklauten sind und sie hat ihre Zimmernachbarin in Verdacht, welche mittlerweile in der Villa Lilly zur Therapie ist. Aber sich mal kümmern ob das so ist.......warum? Mama wird schon dafür sorgen, daß neue Klamotten beikommen. Nein, Mama wird nicht; denn Mama hat keinen Geldsch.... Ich hab es mal wieder gründlich satt mir den Mund fusslig zu reden. Es kommt ja doch nichts bei rüber. Am 11. März soll nun endlich die Gerichtsverhandlung gegen meinen Exmann wegen sexuellem Mißbrauch stattfinden, bei der V. Hauptzeugin ist. Vor exakt einem Jahr platzte der Termin weil sie nicht aufzufinden war. Hoffentlich klappt das diesmal, damit auch dieses Kapitel endlich einen Abschluß findet. Und am 6. März wird sie 22 Jahre alt. Ein kaputtes Leben hinter sich und ein verpfuschtes ohne Perspektive vor sich. Wo soll das noch hinführen?