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| Tagebuch 2004 |
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Seite 1 von 4  13.1.2004  Das neue Jahr beginnt genauso bescheiden wie das alte aufgehört hat. Mitte Januar mit V. getroffen, Kaffee trinken gewesen....soweit noch alles im Lot. Ende Januar dann der Anruf, daß wieder mal alles geplatzt ist. Sie hat am 19.1. Geld bekommen, am 26.1. war sie pleite wegen eines Rückfalls aufgrund von Differenzen mit Folgen in der WG. Großes Gejammer und Mama soll doch bitteschön ein paar Euro springen lassen weil das Kind mal wieder Mist gebaut hat. Mama hat nein gesagt, daraufhin wurde der Hörer aufgeknallt mit ein paar bitterbösen Worten. Funkstille bis gestern. Dann der nächste Anruf..... Ich hatte eigentlich gehofft, daß mal alles klappen würde was V. sich so vornimmt......Sie war ja nun in der neuen WG....richtig.....sie WAR.....rausgeflogen ist sie gestern. Natürlich schuldlos....wie immer. Sie hat jemanden mitgenommen und der hatte Bier dabei und das hat sie angeblich nicht gewusst. Von Mitbewohnerinnen ist das gesehen worden und natürlich wurde sie verpetzt. Daraufhin durfte sie noch ein paar Wochen bleiben und musste nun gestern ausziehen. Eine Nacht im La Strada verbracht und gestern konnte sie dann gnädigerweise in eine Einrichtung die eigentlich für nichtsesshafte Alkoholiker gedacht ist (§72 BSHG). Sie fällt als Abhängigkeitserkrankte aber unter §39 BSHG und somit war es wirklich eine "freundliche" Geste, daß die Unterbringung überhaupt bezahlt wird. Wobei ich immer noch nicht verstehe was der Unterschied zwischen einem alkoholabhängigen und einem drogenabhängigen Obdachlosen ist. Beide sind abhängig und ohne Dach über dem Kopf. Sie sollte eigentlich ins La Strada bis zur Therapie, hat sich aber mit Erfolg gewehrt dagegen. Denn dann wäre der Rückfall wirklich vorprogrammiert gewesen. Nur weil ihr Therapieantrag am Laufen ist wurde ihr diese Notunterkunft für ca. 4 Wochen bewilligt. Allerdings mit der Auflage zur Entgiftung......was ein Schwachsinn. Sie muß sowieso entgiften wenn die Therapie endlich mal bewilligt ist. Jetzt läuft auch noch die Familien-Krankenversicherung aus weil sie 23 wird im März. Und wie es dann weitergeht weiß ich überhaupt nicht. Ob die Therapie dann noch bezahlt wird.......keine Ahnung. Vieleicht weiß da ja einer von den Mitlesenden mehr als ich. Die Klamotten sind größtenteils im Schließfach, 2 Kisten......Fernseher und eine Tasche noch in der WG. Ich werde das wohl die nächsten Tage mit meinem Partner abholen und einlagern. Unser Lagerraum (eigentlich für ganz andere Dinge gedacht) ist mehr oder weniger voll mit V.´s Krempel. Krank ist sie auch, Blasenentzündung. Nun gut......wir haben uns gestern getroffen, sie hat etwas Warmes gegessen und wir haben uns ein wenig unterhalten. Die Situation ist mehr als bescheiden und Therapieaufnahme ist wohl erst dann möglich wenn ihr Ex dort entlassen wurde. Es gab Stress weil er mittlerweile eine Andere hat und die Einrichting möchte eben keinen weiteren Ärger, was ich verstehen kann. Ich bin trotz allem immer noch froh und dankbar, daß sie weiterhin im Methadonprogramm ist und Rückfälle so Eintagesgeschichten sind.  5.3.2004  Die Klamotten sind aus dem Schliessfach geräumt worden, das mußte ja so kommen. Kosten bis jetzt für das Auslösen 190 Euro. Pro Tag kommen 10 Euro dazu. Und V. ist seit einer Woche im Krankenhaus und kann sich nicht selber kümmern. Ich kann das Geld nicht aufbringen und sehe solche Kosten auch nicht ein. Es ist erst seit 1. Februar so, daß die Bahn pro Tag und Gepäckstück 5 Euro zusätzlich will. Die haben sie doch nicht mehr alle. Die wissen genau welche Klientel ihre Habseligkeiten in den Schliessfächern unterbringt. Und ausgerechnet denen die eh schon nichts mehr haben wird es praktisch unmöglich gemacht, mit solchen Forderungen ihre paar Siebensachen noch zu retten. Herr Mehdorn weiß schon wie man die marode Bahn saniert. Mal wieder auf dem Buckel der Ärmsten. Bei der Vergabestelle ist V. mit über 41 Grad Fieber umgekippt. Eine Entzündung im Bein hat das ausgelöst. Sie klagte ja schon seit 2 Monaten über Schmerzen, aber die Ärztin in der Vergabe hat das wohl nicht so ernst genommen. Ob ihre Notschlafstelle weiter bestehen bleibt steht in den Sternen. Das Sozialamt übernimmt wohl die Kosten, aber die Dame welche die Zimmer verwaltet würde V. wohl liebend gerne loswerden. Ein Junkie unter Alki´s........unmöglich. Die Kisten in der WG sind auch noch nicht abgeholt. Das wird wohl auch wegfliegen. Morgen wird V. 23 Jahre alt. |










